Würdiges Zentrum für Spitex-Mitarbeiter

Der Verein Spitex versorgt Kranken und Betagte zuhause. Die Wirtschaftlichkeit der Arbeit bei der Pflege ist zwar schon immer das Kredo, doch mit der Liberalisierung im Gesundheitsbereicht Gerät der Verein unter Druck. Eine hierarchisch strukturierte Organisation mit ihrem fein austardierten Lohnmodell erfindet sich neu. Es versteht sich von selbst, gibt bei diesem Prozess Gewinner und Verlierer, auf beiden Seiten, den Leistungserbringern sowie den Kunden, die in Zukunft stärker zur Kasse gebeten werden.

Hohe Fluktuation und Krankheitstage sind der Indikator für Mitarbeiterzufriedenheit. Als Ursachen für die Kündigung werden seit Jahren die Arbeitsbedingungen genannt, die geteilten Dienste, die nur mässige Abgeltung für Wochenend- und Springerdienste. Die Verschäfung der Arbeitsbedingungen empfinden langjährige Mitarbeiter als Herabwürdigung ihrer Arbeit. Das darf nicht sein.

Die Arbeitsbedingungen zu verbessern ist mit Abgeltung der Dienste nahe der Belastungsgrenze, den künstlichen nicht bezahlten Pausen, dem nicht erreichen der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeit von 10 Stunden, unregelmässige Einsätze etc. Ferner werden von den Entscheidern verschiedentlich Privilegen abgeschaft ohne neue zu schaffen, wie für eine Verbesserung der Zusammenarbeit zu sorgen, die Zufriedenheit durch ein würdiges Klima erhöhen, sowie die Wertschätzung bei Kundschaft und der Öffentlichkeit zu verbessern. Letzteres scheint das anspruchsvollste Aufgabe, wird doch die Pflege von der Öffentlichkeit mitfinanziert.

Wo die Kosten eine Belastung ohne sichtbaren Mehrwert sind, wird gefeilscht. So auch in der Pflege, welche von Angehörigen in die Wege bestellt und bezahlt werden muss. Bei einem liberalisierten Modell, wie in der Industrie üblich, wird versucht, die Kosten durch die Ausschreibung von Leistungsauftrage einzudämmen. Es ist möglich, nach Vorliegen verschiedener Offerten das günstigste auszuwählen. Darin unterscheidet sich die Pflege von der Industrie. Es gibt praktisch keine Werte, sich bis auf Punkt und Komma errechnen lassen. Insbesondere die oben beschrienen Ursachen wie unregelmässige Arbeitszeiten und Schichtbetrieb lässt sich kaum angemessen abgelten.

Um das Einzudämen des Misstands zu schaffen, sollten auch ungewohnte Massnahmen geprüft werden. Eine solche Massnahme ist der Würdingung der Berufstätigen in der Pflege mehr Priorität zuzugestehen. Beispielsweise in der Anpassung der Struktur der Organisation. Lasst Pflegende in die Kirchen einziehen, um von dort aus auszuschwärmen.

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